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AED-Anwenderstufen

A1 AED-Anwender Stufe 1 Medizinisches Fach- und Hilfspersonal
A2 AED-Anwender Stufe 2 Ersthelfergruppen
A3 AED-Anwender Stufe 3 Laienhelfer, Anwesende

Definition "Public Access Defibrillation"

Der Begriff "Public Access Defibrillation" (PAD) oder – wie er manchmal auch abgewandelt verwendet wird – "Public Access to Defibrillation" wird in der englischsprachigen Literatur nicht immer eindeutig verwendet.


  • Einerseits werden unter PAD - im weiter gefassten Sinne - alle Bemühungen und Strategien subsumiert, die dazu beitragen, einen Defibrillator am betroffenen Patienten mit plötzlichem Herztod und Kammerflimmern so schnell wie möglich zur Anwendung zu bringen. Diese Definition ist unabhängig vom Anwendungsbereich oder vom Anwenderkreis. Damit zählt auch der Rettungsdienst selbst oder ein sogen. "Herzalarm-Team" im Krankenhaus zu den Elementen der "Public Access Defibrillation".

  • Von anderen Autoren werden unter PAD nur die seit Kürzerem diskutierten Strategien verstanden, die das Zeitintervall zwischen Eintritt des Kammerflimmerns und der potentiell lebensrettenden Maßnahme Defibrillation zu verkürzen versuchen.
    Dieses Verständnis zielt in erster Linie auf Personenkreise ab, die sich als medizinische Laien außer durch übliche Erste-Hilfe-Maßnahmen bisher nicht an der notfallmedizinischen Hilfeleistung beteiligten und die nicht mit automatisierten externen Defibrillatoren (AED) ausgestattet waren bzw. diese angewendet haben.

Die Abkürzung "AED" beschreibt die zugrunde liegende Technologie ("automatisierte externe Defibrillation") bzw. die hierzu angewandten Geräte ("automatisierter externer Defibrillator")

Anwenderkategorien im Rahmen der "Public Access Defibrillation"

Die internationalen Leitlinien 2000 für die Cardiopulmonale Reanimation unterscheiden dabei verschiedene Stufen bzw. Kategorien vom AED-Anwendern im Rahmen von PAD-Programmen, die neben den Basismaßnahmen der Cardiopulmonalen Reanimation auch in der Anwendung automatisierter externer Defibrillatoren geschult sind und diese sicher an-wenden können (Circulation 2000; 102: I-70).

Hierbei werden neben den sogen. "Traditional Responders" (Rettungsdienst) zunächst sogen. "Non-traditional Responders" (Level 1) genannt.
Diese Personengruppen haben an sich über eine Grundausbildung in der Basisreanimation hinaus keine weiterführende medizinische Qualifikation. Sie stellen aber aufgrund ihrer besonderen Position im öffentlichen Leben und aufgrund ihrer besonderen Verpflichtung zur Hilfeleistung in Notfällen einen gut geeigneten Personenkreis zur Etablierung von PAD-Programmen dar.
Die sogen. "Targeted Responders" (Level 2) sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Firmen, Gesellschaften oder öffentlichen Gebäuden, die aufgrund ihres speziellen Arbeitsplatzes, wie z. B. am Empfang/Service oder in Bereichen mit hohem Publikumsverkehr, als potentielle Anwender von AED-Geräten im Rahmen derartiger Programme angesehen werden.
Weiterhin werden die "Responders to persons at high risk" (Level 3) ausgewiesen, die Familienangehörige oder das sonstige Umfeld von sogen. Hochrisiko-Patienten darstellen. Diese Personenkreise kommen grundsätzlich auch für ein CPR-Training, das die Schulung der AED-Anwendung beinhaltet, in Frage.

Neben diesen verschiedenen Gruppierungen bzw. Kategorien von AED-Anwendern ("Responder") besteht der unter dem Namen "fire extinguisher approach" bekannt gewordene Ansatz, durch Bereitstellung von AED-Geräten in öffentlichen Gebäuden bzw. auf öffentlichen Flächen die Anwendung dieser Defibrillatoren durch jeden Zeugen eines Notfallereignisses zu ermöglichen.
Das bisher größte und wissenschaftlich begleitete Programm dieser Art ist an den Chicagoer Flughäfen etabliert und Ergebnisse hieraus wurden mehrfach, zuletzt im Herbst 2002, publiziert.

AED-Anwender-Kategorien („Level“)
nach den internationalen Leitlinien
Beispiele für Anwendergruppierungen
nach den internationalen Leitlinien
Traditional Responder Rettungsdienst, Krankenpflegepersonal
Non-traditional Responders
(Level 1)
Feuerwehr, Polizei, Sicherheitspersonal, Aufsichtspersonal in Sportanlagen, Besatzungen von Fährschiffen, Flugbegleiter und andere.
Targeted Responders
(Level 2)
Empfangspersonal, Servicepersonal, Firmenmitarbeiter in einsatzstrategisch exponierten Bereichen
Responders to persons at high risk
(Level 3)
Angehörige, Freunde oder das sonstige soziale Umfeld von Hochrisikopatienten
Fire extinguisher approach Jeder (trainierte) Anwesende bei einem Notfallereignis mit möglicherweise zugrunde liegendem Herz-Kreislauf-Stillstand
Unterschiedliche Kategorien von AED-Anwendern im Rahmen von PAD-Programmen nach den internationalen Leitlinien 2000 (Circulation 2000; 102: 70)

Anwenderstufen unter deutschen Rahmenbedingungen

Auch für die Planung und Etablierung von Programmen im Sinne der "Public Access Defibrillation" in Deutschland erscheint es zielführend, unterschiedliche Stufen von AED-Anwendern zu kategorisieren. Aufgrund der unterschiedlichen (rettungsdienstlichen) Rahmenbedingungen gegenüber dem angloamerikanischen Sprachraum erscheint es dabei nach Auffassung der Redaktion "AED-Bayern Online" vorteilhaft, diese Einteilung der internationalen Leitlinien gering zu modifizieren.

Bild Meinung der Redaktion
Folgende Kriterien sollten hierbei Berücksichtigung finden:

  • Medizinische Grundqualifikation des Anwenderkreises
  • Anwendung von medizinisch-technischen Gerät (über den AED hinaus)
  • Einsatzspektrum und Einsatzstrategie des AED/PAD-Programmes
  • Organisationsgrad der Anwendergruppe und ärztliche Verantwortung im Rahmen des AED/PAD-Programmes; Dokumentationsmöglichkeiten und Qualitätssicherung
Folgende Tabelle definiert unterschiedliche AED-Anwender-Stufen und stellt sie diesen Kriterien gegenüber.

Bild Anwenderstufen


Nicht berücksichtigt wurden bei dieser Zusammenstellung Ärzte in Praxen oder in anderen klinischen Einrichtungen als Anwender von AEDs sowie innerklinische Hilfeleistungssysteme ("inhospital-AED"). Diesen Strategien wird aber allgemein ein hoher Stellenwert eingeräumt.

Autor/Quelle:
Redaktion
AED-Bayern Online
 
erstellt am: 20.03.2003
zuletzt aktualisiert: 22.07.2003
 
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